Bartels, Mehring & Partner – Notar und Rechtsanwaltskanzlei Hannover - Rechtsanwälte und Notar Hannover

Sie befinden sich hier: Home » Der Bauträger » Bestandsobjekte

17.12.2017

Bestandsobjekte

Für den Bauträger kann es in Ausnahmefällen auch sachgerecht sein, das Haus oder die Eigentumswohnung bereits fertig zu stellen, obwohl ein Kaufinteressent hierfür noch nicht zur Verfügung steht. In diesen Fällen ist der Abschluss eines Bauerrichtungsvertrages nicht mehr erforderlich. Der Kaufvertrag gestaltet sich gegenüber dem normalen Bauträgervertrag in wesentlichen Punkten deutlich einfacher:

  • Das Kaufobjekt muss nicht mehr im Einzelnen beschrieben werden, da es bereits fertiggestellt ist
  • Der Ratenplan der Makler- und Bauträgerverordnung für die Zahlung des Kaufpreises muss nicht berücksichtigt werden, sondern es genügt die Vereinbarung der allgemeinen Voraussetzungen für die Fälligkeit des Kaufpreises bei Immobilienkaufverträge

Bei den so genannten Bestandsobjekten, die zum Zeitpunkt ihrer Veräußerung bereits fertiggestellt sind, kann der Bauträger seine Sach- und Rechtsmängelhaftung (Gewährleistung) für Baumängel in gewissen Fällen beschränken oder ganz ausschließen. Dabei ist zwischen frisch errichteten und nicht mehr ganz neuen Häusern und Wohnungen, zwischen alter und neu errichteter Bausubstanz, zwischen Muster- und Individualverträgen sowie zwischen Sonder- und Gemeinschaftseigentum an der Anlage zu unterscheiden.

Der Ausschluss der Sachmängelhaftung ist davon abhängig, dass das Haus bzw. die Wohnung nicht mehr als neuwertig angesehen werden kann. Dies ist dann der Fall, wenn nach der Fertigstellung des Objektes bereits fünf Jahre vergangen sind, auch wenn das Objekt in dieser Zeit leer gestanden hat.

Ist das Kaufobjekt noch als „neu“ zu bezeichnen, kann der Bauträger seine eigene Gewährleistung in Formular- und Standardverträgen nicht gänzlich ausschließen. In diesen Fällen sollte zur Absicherung des Käufers auch eine Abtretung der Gewährleistungsansprüche des Bauträgers gegenüber dessen Subunternehmer vereinbart werden. Ein vollständiger Gewährleistungsausschluss ist in diesen Fällen nur in individuell auf den einzelnen Verkauf zugeschnittenen Wohnungsverträgen möglich. Hierbei muss der Haftungsausschluss mit dem Käufer besonders ausgehandelt worden sein und in einem Preisnachlass seinen Niederschlag gefunden haben. Der Notar wird den Käufer dabei über die einschneidenden Rechtsfolgen des Gewährleistungsausschlusses eingehend belehren.

Schlagworte/Tags bei Bartels, Mehring & Partner

Anwaltliche Vorbefassung Auflassungsvormerkung außerordentliche Löschungsvollmacht Belastungsvollmacht Gesetzliches Rücktrittsrecht Grundbuchbestand Grundbuchsperre Grundschuld Kosten und Lasten Lastenfreistellung Sach- und Rechtsmängelhaftung Vorkaufsrechtsverzichtserklärung Zwangsvollstreckung